Prozessübersicht

76 Bürgerinnen und Bürger von 12 bis 82 Jahren, in 4 Workshops zu Schlüsselthemen der Zukunft – Das Projekt Shaping Future entwickelt Prozesse und Methoden, mit denen Menschen ohne Spezialwissen an technologischen Forschungs- und Entwicklungsprozessen beteiligt werden können.

Wie lassen sich gesellschaftlichen Wünsche und Bedarfe in die Entwicklung von neuen Technologien integrieren? Um diese Herausforderung zu meistern, wurde ein mehrstufiges, partizipatives Vorgehensmodell mit aufeinander aufbauenden Workshops entwickelt – mit dem Ziel, die Bedarfe von Menschen von Beginn an in die Entwicklung zukünftiger Technologien einzubeziehen. In Shaping Future wurde dazu eine möglichst heterogene Gruppe von Menschen eingeladen. Mit Designmethoden wurden sie befähigt, über den Rand des „Jetzt schon Möglichen“ hinaus zu denken und sich untereinander auszutauschen. Expertinnen und Experten der Fraunhofer-Gesellschaft haben diese Ideen aufgegriffen, weiterentwickelt und Technologie-Roadmaps erstellt. Wie die Grafik zeigt, pendelt das Vorgehensmodell zwischen einer analytischen und einer partizipativen Ebene des Prozesses.

1. Phase: Evaluierung und Konzeption

Auf Basis einer Sondierungsphase (Shaping Future 1) hat das CeRRI-Team aus Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern sowie Designerinnen und Designern die Ideen und Fragestellungen von Nicht-Experten geclustert und in vier große thematische Felder – Gesundheit, Arbeit, soziale Beziehungen und Nachhaltige Mobilität – zusammengeführt. Darüber hinaus wurden die Methoden des Sondierungsprojektes analysiert und weiterentwickelt. Auf dieser Basis wurde ein inhaltliches und methodisches Konzept für den gesamten Shaping Future Prozess entwickelt.

2. Phase: Die 4 Workshops

Um sich in das Referenzjahr 2053 hineinversetzen zu können, inspirierte das CeRRI Team die Teilnehmenden mit zukunftsweisenden Bildern, Produkten und Forschungsvorhaben. Mit Hilfe von innovativen Kreativitätsmethoden wie „Storytelling“, „Enabling Spaces“ und und Prototyping-Techniken aus der Designforschung entwickelten die Bürgerinnen und Bürger Lösungsvorschläge und Szenarien für das Jahr 2053. Im großen Materiallager des CeRRI erbaute jede/r Teilnehmende ein prototypisches Objekt, das die favorisierte Idee in Funktion und Bedienung veranschaulicht, und schriebe eine fiktive Bedienungsleitung dazu.

3. Phase: Clusterbildung

Im interdisziplinären CeRRI-Team wurden die Workshop-Ergebnisse – die Prototypen, die Bedienungsanleitungen sowie qualitative Begleitinterviews –analysiert und zu acht Bedarfsfeldern geclustert. Jedes dieser Bedarfscluster umfasst eine Beschreibung des spezifischen Bedarfes, transformierte Objekte und Zeichnungen zur Verdeutlichung sowie alle zum Bedarf gehörigen Prototypen aus der zweiten Phase.

4. Phase: Experten-Workshops

Welche technologischen Entwicklungsschritte müssen erreicht und welche juristischen und sozialen Rahmenbedingungen müssen geschaffen sein, damit diese Ideen Realität werden können? Zu den geclusterten Technologie-Ansätzen entwickelten Expertinnen und Experten aus acht Fraunhofer-Instituten auf Basis der Bedarfscluster Technologie-Roadmaps, in denen mögliche Entwicklungspfade der Visionen bis ins Jahr 2053 und ihre Verknüpfungen beschrieben sind.

5. Phase: Transformation

Drei Designerinnen und Designer sowie ein Designerteam wurden beauftragt, aus vier besonders zukunftsweisenden technischen Visionen spekulative Prototypen zu schaffen. Als Grundlage dienten ihnen umfangreiche Projektordner zu jedem technologischen Cluster und die Expertisen der Expertinnen und Experten.

Die beteiligten DesignerInnen:
• Johanna Schmeer, London & Berlin
• Florian Born, Berlin
• Studio milz, Berlin
• Stefan Schwabe, Schmalkalden

6. Phase: Ausstellung

In einer Reihe von Ausstellungen an unterschiedlichen Orten werden die interaktiven Exponate einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Sie dienen als Impulse, sich mit technologischen Zukunftsentwürfen und möglichen gesellschaftlichen Konsequenzen auseinanderzusetzen.